Poetisches

Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen Märchen und Sage
von Rosi Behringer
Obwohl es die meisten Leute sowieso nicht wissen -
es gibt einen riesigen Unterschied zwischen Märchen und Sage.
Ein Märchen ...   Eine Sage...

(1) Ein Märchen spricht in archetypischen Bildern von verborgenen Wahrheiten des seelischen, unbewußten oder unterbewußten Seins, es kann tiefenpsychologisch untersucht werden und man muss sich wundern, was in längst vergangenen Zeiten - Märchen sind immer uralt - bereits für ein Wissen vorhanden war. Man muß und soll es gar nicht tiefenpsychologisch interpetieren. Unsere Psyche weiß es ganz genau zu deuten und holt sich daraus jene Urbilder, die sie gerade auf ihrem Entwicklungsweg braucht.


(4) Ganz anders das Märchen von der Wolfsfrau. Es erzählt tiefenpsychologisch von der Ewigkeit des Seins, der Wiedergeburt, des Einsseins aller Geschöpfe und der Verwandlung im Laufe der Reifung der Seele über viele Daseinszustände (Leben).

(2) Eine Sage hingegen hat diesen Hintergrund nicht. Sie ist an einen Ort oder an ein Geschehen gebunden, das zwar im historischen Kern noch erkennbar, aber durch Ausschmückungen und Beifügungen sehr stark verändert ist. Man hat oft "erzieherische Elemente" oder Passagen aus der frühgeschichtlichen Glaubenswelt mit eingebaut.


(3) Das Hohmoosweiberl ist eine typische Sage: Irrlicht (Phosphorgase aus dem Sumpfgebiet), und "arme Seelen" aus der katholischen Tradition sowie die Angst vor Moorgebieten aus der bronzezeitlichen Vergangenheit sind eingebaut.

 

siehe Pressebericht: Moorwanderung vom 07.September 2005
Salzburger Kinder erforschen das Ainringer Moos